Geschichte

Text von Dirk Stroschein zum download
Der Kurpark in Seesen wurde in den Jahren von 1892 bis 1896 angelegt. In dieser Zeit machte man sich auch in der Harzstadt Gedanken darüber, wie die Naturschönheit vor der eigenen Haustür noch besser für den Tourismus zu erschließen wäre. Man war sich einig: „Wir müssen dahin streben, dass den Fremden der Aufenthalt so angenehm wie möglich gemacht wird und ihnen ein Plätzchen schaffen, wo dieselben ihren Spaziergang machen können…“ Die Wahl für dieses Plätzchen fiel auf das Terrain „von der Lautenthaler Strasse links“, in der Nähe der fünf Teiche. Hier, so die einhellige Meinung, könne „etwas ganz Vorzügliches“ geschaffen werden.
Dieser Meinung war auch ein damalige Besucher Seesens, der über den Platz für den geplanten Tag urteilte, er sei „einfach wunderschön“. Der Besucher war William Steinway, Chef der weltweit bekannten Klavierbaufirma „Steinway & Sons“ aus New York. Er war der vierte Sohn des Firmengründers Henry E. Steinway, der noch unter seinem alten Namen Heinrich Engehardt Steinweg in der Harzstadt Seesen seine ersten Klaviere gebaut hate. Knapp fünfhundert Instrumente fertigte Steinweg in seiner Seesener Werkstatt an, bevor die Familie im Jahr 1850 nach New York auswanderte und dort drei Jahre später das Unternehmen „Steinway & Sons“ gründete.
William war 1835 als Wilhelm Steinweg in Seesen geboren und zeigte zeitlebens ein starkes Interesse an seiner Vaterstadt. Bei seinen Europareisen machte er regelmäßig in Seesen Halt und engagierte sich auch finanziell durch Spenden für hiesige Vereine, die Schulen und die Armenfürsorge der Stadt. Im Jahr 1888 ernannte ihn der Stadtmagistrat zum Ehrenbürger der Harzstadt.
Als wenige Jahre später die Idee zum Bau eines Parks aufkam, war es wiederum William Steinway, der das Projekt vorbehaltlos unterstützte und finanziell förderte. Er notierte: „Erkläre ich hiermit ausdrücklich, dass ich mich mit allem in Bezug auf freie Verfügung meiner Gaben für den Park einverstanden erkläre.“ Mehr als die Hälfte der Kosten trug William Steinway schließlich zum Bau des Parks aus seinem Privatvermögen bei.
Zum Dank beschloss man in  Seesen, den fertiggestellten Park nach dem Ehrenbürger und großzügigen Stifter „Steinway-Park“ zu taufen. Der Namensgeber, William Steinway, konnte das fertige Werk nicht mehr in Augenschein nehmen. Er starb im November 1896 in New York. (Dirk Stroschein)
Mehr Interessantes aus dem Leben des William Steinway und dem schönen Steinway Park Seesen lesen Sie im Buch „Steinway-Kurpark – Das grüne Juwel in Seesen“