Baum des Jahres 2026 – Zitterpappel bereichert den Steinway Park Seesen

Lions Club Bad Gandersheim Seesen stiftet weiteren Baum des Jahres
Auch 2026 gibt es wieder einen „Baum des Jahres“: Die bereits im November 2025 bekannt gegebene Entscheidung der „Baum des Jahres – Dr. Silvius Wodarz Stiftung“ unterstreicht die ökologische Bedeutung der auch als Aspe oder Espe bekannten schnellwüchsigen Pionierbaumart im Klimawandel. Sie steht für Erneuerung und Artenvielfalt.
Dies hat der Lions Club Bad Gandersheim Seesen, wie schon in den vorigen Jahren, zum Anlass genommen den Baum des Jahres für den Steinway Park zu stiften. So wurde ein größeres Exemplar der Zitterpappel in diesen Tagen im Steinway -Park Seesen fachgerecht gepflanzt.
Zur Unterstützung der Arbeit des Vereins Baum des Jahres e.V. wurde 1991 das Kuratorium Baum des Jahres als Fachbeirat des Vereins ins Leben gerufen. Im Kuratorium sind heute 32 Umweltorganisationen, -institutionen, Verbände und Forschungseinrichtungen Mitglied. Vertreter der Mitglieder des Kuratorium Baum des Jahres treffen sich einmal im Jahr im Herbst in Berlin anlässlich der Ausrufung des jeweiligen Jahresbaumes, wo sie beraten und beschließen, welche drei Baumarten den Mitgliedern zur Abstimmung vorgeschlagen werden sollen.
Die schon 5 Meter große Zitterpappel wurde vom Team der Landschaftsgärtner des Baubetriebshofes der Stadt Seesen unter Regie des stellvertretenden Leiters, Andreas Brüning, gepflanzt. Hervorzuheben ist seitens der eingebundenen Landschaftsgärtner das Engagement von Roland Kretschmer.

Am 25. April, dem internationalen Tag des Baumes, erfolgte die Übergabe an die Stadt Seesen, hier den Städtischen Direktor Wolfgang Jakobi in Vertretung des Bürgermeisters, Sabine Wehling als Repräsentantin des Vereins Steinway Park Seesen e.V. und durch den Präsidenten des Lions-Club Bad Gandersheim-Seesen, Eckhard Pfeil. Eine Patenschaft, hier das notwendige Angießen im ersten Jahr, hat der pensionierte Forstdirektor Hans Ulrich Stolzenburg vom Lions -Club übernommen.
Alle, die sich um die Zitterpappel versammelt hatten, wünschten diesem Baum ein gutes Wachsen und Gedeihen.
„Die Zitterpappel gehört zu den Weidengewächsen und ist in ganz Europa heimisch. Sie besiedelt offene Flächen, trägt zur Regeneration von Wäldern bei und bietet zahlreichen Tieren Lebensraum. Über 60 Schmetterlingsarten, darunter der Große Schillerfalter, nutzen sie als Futterpflanze, und viele Vogelarten profitieren von ihrem reichen Insektenangebot“, teilt die Wodarz-Stiftung mit. Damit rücke 2026 eine Baumart in den Fokus, die sinnbildlich für Widerstandskraft, Artenvielfalt und Erneuerung stehe.
Als mittelgroßer, sommergrüner Laubbaum erreicht sie je nach Standort eine Höhe von 20 bis 30 Metern. Charakteristisch für die Espe sind ihre breit verzweigte Krone und ihre beweglichen, annähernd kreisrunden, gezähnten Blätter, die aufgrund ihrer sehr langen, seitlich abgeflachten Blattstiele bei jeder Luftbewegung unverkennbar „zittern“. Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich von diesem Blatt-Zittern ab – „Populus“ für Pappel, „tremula“ für zitternd.
Die schnellwüchsige Pionierbaumart bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze mit gut durchlässigen, frischen Böden. Sie erweist sich als sehr widerstandsfähig u. a. gegenüber Frost und Wind und kann sich gut in unterschiedlichen Landschaften behaupten. Gerade im Klimawandel spielt sie eine wichtige Rolle beim Walderhalt, denn sie besiedelt entstandene Schadflächen rasch. Nach Stürmen, Bränden oder Kahlschlägen ist sie oft die erste Baumart, die zurückkehrt. Durch ihr weit verzweigtes Wurzelsystem kann sie sich vegetativ vermehren und bildet so ganze Pappelhaine.
1972 wurde von Dr. Silvius Wodarz der Umweltschutzverein Wahlstedt gegründet. Er war eine der frühen deutschen Umweltorganisationen. Unter dem Eindruck der Debatte um das sogenannte „Waldsterben“ in den 1980er-Jahren entstand 1983 zunächst die vom Verein getragene Aktion „Rettet den Wald“.
Angeregt durch Vorbildaktionen wie die Wahl eines „Vogels des Jahres“ kam Wodarz auf die Idee, analog dazu jedes Jahr auch eine Baumart besonders herauszustellen. Beginnend mit der Stieleiche hat der Verein ab 1989 jeweils einen „Baum des Jahres“ ausgerufen. Der Umweltschutzverein Wahlstedt wurde 1999 zum Verein Baum des Jahres e. V. umbenannt.
Zur Unterstützung der Arbeit des Vereins Baum des Jahres e.V. wurde 1991 das Kuratorium Baum des Jahres als Fachbeirat des Vereins ins Leben gerufen. Im Kuratorium sind heute 32 Umweltorganisationen, -institutionen, Verbände und Forschungseinrichtungen Mitglied. Vertreter der Mitglieder des Kuratorium Baum des Jahres treffen sich einmal im Jahr im Herbst in Berlin anlässlich der Ausrufung des jeweiligen Jahresbaumes, wo sie beraten und beschließen, welche drei Baumarten den Mitgliedern zur Abstimmung vorgeschlagen werden sollen.

Außerdem findet jedes Jahr eine Wahl zur Baumkönigin bzw. zum Baumkönig statt, die den jeweiligen Baum des Jahres repräsentieren sollen. Als Botschafterin der Zitterpappel engagiert sich die Deutsche Baumkönigin 2026, Levke Riedel, Studentin der Forstwissenschaften, ein Jahr lang dafür, der Zitterpappel als zukunftsweisender Baumart zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen und ihr Potential in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Schirmherrin Baum des Jahres 2026 ist Silvia Breher – Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMELH) Sie verlautbaren:
“Die Zitterpappel ist eine wahre Anpassungskünstlerin und Allrounderin unter unseren heimischen Baumarten. Sie verbessert den Boden, schenkt unzähligen Tieren Lebensraum und ist eine unverzichtbare Helferin bei der Wiederbewaldung. Wie kaum ein anderer Baum steht sie für Vielfalt, Lebenskraft und Erneuerung – und ist damit ein großartiger Baum des Jahres. Darum habe ich gerne die Schirmherrschaft über den Baum des Jahres 2026 übernommen.“
Text Hans Ulrich Stolzenburg


